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BUNDESFINALE GOLDENE SCHÄRPE 2010 Rippersroda / Thüringen von Susanne Kruschwitz
Könnte man eine Wertnote geben für gelungene Turnierveranstaltung, dann hat das Event des Bundesfinals zur Goldenen Schärpe in Rippersroda eine 10,0 verdient. Das kleine 100-Seelendorf mitten im Herzen des Thüringer Waldes und mitten im Herzen Deutschlands war erstmals überhaupt Ausrichter dieser riesigen, bundesweiten Veranstaltung. Leise Bedenken im Vorfeld wurden ausgeräumt, das Veranstalterteam hat eigentlich Unmögliches möglich gemacht und ist zur Hochform aufgelaufen, um alles bestens herzurichten. Vom ersten Ortseinweiser, über ungemein vielfältiges Angebotsprogramm außerhalb des eigentlichen Wettkampfes, bis hin zu einer ringsherum würdigen und niveauvollen Vielseitigkeitsveranstaltung auf allerhöchstem Niveau, war alles bestens organisiert, durchdacht und auf den Punkt gebracht.
Schon am Freitag begannen die Dressurprüfungen für die aus allen Bundesländern angereisten Mannschaften, 20 an der Zahl, manche hatten zwei Mannschaften am Start. 99 Teilnehmer, ein Mammutprogramm für das Richterteam. Kein Problem für den Veranstalter, zwei Vierecke und genügend Platz ermöglichten ideale Voraussetzungen für alle Teilnehmer. Am Abend wurde gebüffelt, Pferde-Theorie stand auf dem Stundenplan und hier erwiesen sich die Gastgeber als die Schlauesten. Die Thüringer Mannschaft, zusammengesetzt aus Elisabeth Hruschka, Sarah Kaim, Virgil Ludwig, Ann-Marie Dammer und Jody Eichel gingen hier als Siegerteam hervor, auch wenn die Prüfung natürlich nicht einzeln gewertet wurde. Der Samstag startete bei herrlichem Wetter mit Geländeprüfungen, die schöner kaum anzusehen sind. In einem der verträumtesten Winkel Thüringens wurde eine Geländestrecke ins Blickfeld der Öffentlichkeit gehoben, wie sie kaum eine Zweite findet. Nicht nur die Teilnehmer der Goldenen Schärpe trafen sich dort, sondern auch die des Thüringer Nachwuchschampionats der Vielseitigkeit, eine Qualifikation zum Bundesnachwuchschampionat der FN Verlags-Trophy und die 4,- 5 und 6jährigen Vielseitigkeitspferde, die um die Sächsisch-Thüringische Championatsschärpe sprangen. Ein anspruchsvoller Kurs bergauf und bergab mit interessanten Hindernissen verlangte konditionell und technisch Reitern und Pferden einiges ab. Es gab also nichts geschenkt. Trotz allem gab es zum Glück nur zwei glimpflich ausgehende Stürze und ein paar Verweigerungen, für das riesige Starterfeld vergleichsweise wenig, alle hatten sich wirklich bestens vorbereitet. Die Gastgeber (siehe oben) und die gemischte Mannschaft aus Sachsen/Thüringen mit Marie-Luise Brieger, Lisa-Maria Bruhnke, Lena Sengotta, Paula Erber und Sandy Scheibe zeigten durchweg gute Ergebnisse im Gelände, herausragend dabei Ann-Marie Dammer und Marie-Luise Brieger. Nach zwei Turniertagen hielten sich beide Mannschaften im vorderen Mittelfeld, Platz 10 für Thüringen, ein toller Erfolg! In früher Sonntags-Morgensonne wurden dann die Pferde herausgeputzt und dem Richterteam vorgestellt. Auch hier profitierten die Thüringer und Sachsen aus ihren Erfahrungen in den Jungzüchterwettbewerben. Da konnte man doch einige Unterschiede zu anderen Landesverbänden erkennen. Immer mehr Zuschauer strömten derweil auf die wunderschön hergerichtete Anlage. Thüringische Handwerkskunst wurde geboten, Spinnerinnen und Glasbläser zeigten ihr Geschick neben Imkern und Schmuckherstellern. Bastelstrasse, Kinderkarussell, Quiz und Eisverkäufer waren sowieso da und in der Reithalle lief ein vielfältiges Rahmenprogramm für alle, denen 99 Springreiter auf ein und derselben Linie anzusehen doch ein wenig langweilig wurde. Diese aber kämpften im abschließenden Springen noch um jeden Zentimeter Boden in der Einzel und Mannschaftswertung. Aber die durchschnittlich guten Noten unserer Teilnehmer aus den sächsisch/thüringischen Landesverbänden bewiesen lediglich Beständigkeit, eine herausragende Leistung in dieser Teilprüfung zeigte nur Sandy Scheibe, die damit ihr mäßiges Geländeergebnis wieder wettmachen konnte. Am Ende gab es Platz 11 für die Mannschaft Sachsen/Thüringen und Platz 14 für die Gastgeber, ein Ergebnis welches sich durchaus sehen lassen kann! In der Einzelwertung rangierte Marie-Luise Brieger aus Sachsen auf dem 11.Platz, Jody Eichel wurde als beste Thüringerin 19. Mit herausragendem Punktabstand siegte in diesem Jahr die Mannschaft aus Hannover I vor Westfahlen I. Auch die Besten der Einzelwertung kamen aus diesen Landesverbänden. Valentina Grewe (Hannover I) ließ mit wirklich überragenden Vorstellungen in allen Teilprüfungen niemanden an sich heran, eine 8,5 in der Theorie war dabei ihre „schlechteste“ Note.
Vielversprechende jugendliche Reiterinnen sah man in der Sichtung zum Bundesnachwuchschampionat in der Vielseitigkeit. Vielseitig zu sein, heißt vielseitig gut zu sein und dazu gehören nun mal 5 Teilprüfungen, ein Fünfkampf also. Beständig in allen Teilprüfungen bewies sich Wiebke Bley aus Thüringen, aus Rippersroda, dem gastgebenden Verein. Mit ihrem Pony Amigo behauptete sie sich insgesamt und mit einer besonders guten Leistung im Parcours, während Lisa-Marie Wust aus Oberpörlitz , mit ihrem Pony Cheyenne den Teil der Geländeprüfung beherrschte.
Leider zu wenig Teilnehmer fanden sich für das thüringisch/sächsische Vielseitigkeitschampionat. Auf dieser wunderschönen Anlage gäbe es doch für die jungen Pferde idealste Bedingungen! „Georgia OnMyMind“, 4jährige Fuchsstute v. Pharis, geboren in der Familie Ludwig in Gotha und vorgestellt von der Besitzerin Dr. Sylke Ludwig-Jangk und Janet Wiesner, langjährige Freundin und gerngesehener Gast auf Thüringer Turnierplätzen mit ihrem württembergisch gezogenen Pferd, erkämpften sich am Ende die gleiche Punktzahl, aber thüringisch/sächsischer Champion kann natürlich nur eine werden! Auch bei den 5jährigen bewies Sylke ein feines Händchen, der ebenfalls in der Familie Ludwig geborene „Purple Rain“ v. Pharis gefiel besonders im Gelände mit seinem fleißigen Galopp und guter Rittigkeit, sodass auch der Championatssieg der 5jährigen in der Familie blieb.
Wer immer noch nicht wusste, wo Goethe und Schiller ihr Lebenswerk vollbrachten, der musste am obligatorischen „Länderabend“, teilnehmen. Eine Veranstaltung, in der sich alle Mannschaften präsentieren. Bei gutem Essen und vielen Getränken überzeugte das Gastgeberland Thüringen ihre Besucher mit einem landschaftlich und kulturell-historischem Quiz und hoffentlich spätestens jetzt weiß ganz Deutschland, wo sich eine der schönsten und familiärsten Vielseitigkeitsreitanlagen mitten im grünen Herzen der Bundesrepublik befinden.
Eine Abschiedsparade mit allen teilnehmenden Reitern und Pferden, einem frenetisch feierndem Publikum, unterstützt mit Fanchören begleiteten die abschließenden Ehrungen der Besten. Auch die Präsidentin des Thüringer Landtags, Birgit Diezel, ließ es sich nicht nehmen dem Verein und den Verantwortlichen um Evi Heyder und Heinz Bley persönlich ihren Dank auszusprechen. Bleibt zu hoffen, dass wir als gute Gastgeber in Erinnerung bleiben!
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