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zurück zur StartseiteBericht: Mitteldeutsche Reitertage in Merkendorf
- Mitteldeutsche Reitertage: Merkendorf feiert den Springsport
Traditionen haben dann Zukunft, wenn Menschen sie mit Leben füllen. Dass dies in Merkendorf eindrucksvoll gelingt, bewiesen die 11. Mitteldeutschen Reitertage vom 31. Juli bis 2. August. Eigentlich sollte nach der Jubiläumsveranstaltung 2024 Schluss sein. Doch die zahlreichen Nachfragen aus dem Reitsport führten zum Umdenken – zur Freude der Reiterinnen und Reiter ebenso wie der vielen Zuschauer. Drei Tage lang stand die Reitanlage der Familie Köber wieder ganz im Zeichen anspruchsvollen Springsports, engagierter Nachwuchsförderung und einer Atmosphäre, die den besonderen Charakter dieser Veranstaltung seit zwei Jahrzehnten ausmacht.
Was 2006 von Johannes Köber ins Leben gerufen wurde, wird heute von Stefan und Karina Köber gemeinsam mit dem PSV Merkendorf e. V. mit großem Engagement weitergeführt. Die Mitteldeutschen Reitertage haben sich längst weit über Thüringen hinaus einen Namen gemacht. Auch in diesem Jahr reisten 145 Reiterinnen und Reiter mit 438 Pferden aus sechs Bundesländern an, um sich in 16 Prüfungen von der Klasse A* bis zur schweren Klasse S* zu messen. Gleichzeitig bietet das Turnier den Nachwuchsreitern und jungen Sportpferden eine Bühne, auf der sie sich in mehreren etablierten Förderserien präsentieren können.
Der Auftakt am Freitag gehörte traditionell den jungen Pferden. Bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 31 Grad sorgte das Organisationsteam mit der Bewässerung des Platzes für optimale Bedingungen. In den Springpferdeprüfungen sammelten vier- bis sechsjährige Nachwuchspferde wertvolle Turniererfahrung. Die Qualifikationen der Piehler Youngster Tour entschieden Max Schmidt mit Tilda (RFV Jößnitz e.V.), Louis Metzner mit Like Pleasure (Reitsportanlage Schleiz e.V.) sowie Mathias Frauendorf mit Diva (RV am Geiseltalsee Braunsbedra e.V.) für sich. Martin Respondek (PSV Im Wippertal e.V.) unterstrich seine gute Form mit Siegen in den Springprüfungen der Klassen L und M*. Für besonderen Jubel auf den Zuschauerrängen sorgten die Gastgeber: Sabrina Heisig gewann die Amateur-Springprüfung der Klasse A*, Vereinskameradin Sara Stojanek belegte den zweiten Platz.
Während auf dem Springplatz um Sekunden und fehlerfreie Runden gekämpft wurde, herrschte in der Reithalle reges Treiben. Das Kinderfest mit Bastelangeboten und dem Bemalen und Gestalten von Steckenpferden zeigte einmal mehr, dass die Mitteldeutschen Reitertage bewusst ein Turnier für die ganze Familie sein wollen.
Der Sonnabend brachte wechselhaftes Wetter, sportlich jedoch blieb das Niveau konstant hoch. Im Amateur-Punktespringen der Klasse A** setzte sich Carsten Hesse mit Cara (RFV Westeregeln e.V.) gegen starke Konkurrenz durch und konnte später auch eine Abteilung des Zwei-Phasen-Springens der Klasse L gewinnen. Martin Respondek fügte seiner Erfolgsbilanz einen weiteren Sieg in der Klasse M* hinzu.
Große Aufmerksamkeit galt der Qualifikation zum PARTNER PFERD Junior Cup. Die U21-Reiter überzeugten mit bemerkenswerten Stilritten. Mit einer Wertnote von 8,8 setzte sich Letizia Lendholt auf ihrer Stute Shere Khanua PS (RSG Thür. Burgenland Mühlberg e.V.) an die Spitze des Teilnehmerfeldes und unterstrich eindrucksvoll die hohe Qualität des Reiternachwuchses.
Den sportlichen Höhepunkt des Tages bildete die Punktespringprüfung der Klasse S*, gesponsort durch die Sparkasse Gera-Greiz. 38 Reiter-Pferd-Paare stellten sich dem anspruchsvollen Parcours mit Hindernissen bis 1,40 Meter. Lediglich sieben Paare blieben ohne Punktverlust. Timo Freise und Comme II Fou sicherten sich mit einer schnellen und souveränen Runde den Sieg vor Letizia Lendholt mit Shere Khanua PS und Louis Metzner mit Romeo. Beim traditionellen Reiterball fand der gelungene Turniertag anschließend einen geselligen Ausklang.
Der Sonntag präsentierte sich mit bestem Sommerwetter und entsprechend großer Besucherkulisse. Die Parcoursbauer/Course Designer Steffen Bühling und Heinrich Weinberg hatten noch einmal anspruchsvolle, zugleich pferdegerechte Aufgaben aufgebaut, die den Teilnehmern in allen Prüfungen höchste Konzentration abverlangten.
Besonders erfolgreich verlief das Wochenende für Louis Metzner. Der Schleizer Reiter absolvierte mit elf Pferden insgesamt 27 Starts und gewann die abschließende Qualifikation der Piehler Youngster Tour mit Askol. Damit gehörte er zweifellos zu den prägenden Sportlern der diesjährigen Mitteldeutschen Reitertage.
Ebenso überzeugte der Nachwuchs in der Junior Future Tour. Als einziger Teilnehmer blieb Pepe Schlegel mit seiner erfahrenen Stute Lorena (RV Hohburger Schweiz e.V.) im schweren S*-Parcours fehlerfrei und sicherte sich damit den Sieg in der U25-Qualifikation.
Vor dem Großen Preis der Sparkasse Gera-Greiz wurde das Turnier offiziell eröffnet. Gemeinsam mit den Ehrengästen würdigte Schirmherr Landrat Dr. Ulli Schäfer die hervorragende Organisation sowie den außergewöhnlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer. Ein besonderer Dank galt auch der langjährigen Parcoursmannschaft, die seit vielen Jahren maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beiträgt.
Der Große Preis entwickelte sich schließlich zu einem würdigen Abschluss eines hochklassigen Turnierwochenendes. Sechs der 19 Starter qualifizierten sich für das Stechen. Charlise Fleischlig legte mit Monte Levini B (RFV Helmsdorf/Gerbstedt e.V.) zunächst eine fehlerfreie Bestmarke vor, ehe die 18-jährige Lea Hohmann mit ihrem Hengst Daghestani (PSV Leisnig e.V.) den entscheidenden Ritt zeigte. Fehlerfrei und 2,58 Sekunden schneller sicherte sie sich den prestigeträchtigen Sieg. Rang drei ging an Tino Bode mit Olli (RV am Geiseltalsee Braunsbedra e.V.), dessen mutiger Ritt zwar die schnellste Zeit brachte, jedoch nicht ohne Abwurf blieb.
Den Schlusspunkt setzte die Qualifikation zum Schipler Jugend Cup. Anni Schwarzenau gewann mit Lindgren-P (SV Rot-Weiß Wundersleben 50 e.V.), während die erst zehnjährige Malin Göhler mit ihrer beherzten Runde auf ihrer Pony-Schimmelstute Lonsdale Lucky Star (RFV Jößnitz e.V.) das Publikum begeisterte und eindrucksvoll zeigte, wie erfolgreich die Nachwuchsarbeit im Springsport funktioniert.
Auch der gastgebende PSV Merkendorf e.V. durfte zufrieden Bilanz ziehen. Elf Vereinsreiter sammelten insgesamt 13 Platzierungen. Besonders mit ihren jungen Pferden konnten Cora Dietl, Justin Knapp, Karina Köber, Sara Stojanek und Frank Werner überzeugen. Mit Ihren erfahrenen Pferden Lordana und Campino konnte Madlen Walter Platzierungen in Springprüfungen bis zur Klasse M* erreiten.
Die 11. Mitteldeutschen Reitertage haben einmal mehr bewiesen, warum sie einen festen Platz im mitteldeutschen Turnierkalender einnehmen. Hochklassiger Springsport, konsequente Nachwuchsförderung, familiäre Gastfreundschaft und ein engagiertes Organisationsteam machten die Veranstaltung erneut zu einem Aushängeschild des Pferdesports in Thüringen. Dass Reiter und Besucher bereits während des Turniers von einem Wiedersehen in Merkendorf sprachen, dürfte für die Veranstalter das größte Lob sein.
Text: PSV Merkendorf
Fotografin: Martha Donnerhacke